Einladung zur Buchpräsentation am Sonntag, 16.9.

Liebe Trommlerfreunde, Märchenfreunde, Literaturinteressierte!

Am kommenden Sonntag, den 16.9.2018 wird im Achim Freyer Kunsthaus das neue Buch „Der goldene Schlüssel zum Märchenland, Band 1“ präsentiert. Aus Anlass der Finnisage von An Ver Wandlungen gibt es die einmalige Gelegenheit, sowohl (ein letztes Mal) die Ausstellung zu sehen – als auch die Präsentation des ersten Bandes der Märchenreihe „Der goldene Schlüssel…“ zu erleben. Bitte anmelden!!

Im Anschluss an die kurze und hoffentlich kurzweilige Buchpräsentation besteht Gelegenheit für ein persönliches Gespräch … und natürlich kann das Buch auch erworben werden. Ich freue mich auf einen märchenhaften und sicherlich interessanten Termin!

Herzliche Grüße, Alexander Mehlhorn

Hier die Daten für die Veranstaltung kompakt:
Sonntag, 16.9.2018, 17.00 Uhr
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Bücher verkaufen, nicht Daten!

Hallo ihr da draußen,

ab heute sind unser aller Daten besser geschützt – der DSGVO sei Dank! Auch wenn diese eher für Firmen wichtig sein sollte, die mit Daten und nicht mit Büchern handeln, möchte ich darauf hinweisen, dass auch hier nunmehr im Einklang mit der Verordnung getrommelt wird, nachzulesen hier: Datenschutzerklärung

So, und nun lasst uns wieder den Büchern zuwenden, offline und mit echtem Gewicht!

Freundschaft und Tod

Heute jährt sich der Todestag von Henry David Thoreau zum 156sten mal – ein willkommener Anlass, mal wieder A_Week aufzuschlagen:

Alles, was über Freundschaft gesagt werden kann, verhält sich wie die Botanik zu den Blumen. […]
Noch der Tod von Freunden wird uns so beflügeln wie ihr Leben. Sie werden den Trauernden Trostworte überlassen, wie die Reichen Geld hinterlassen, um die Kosten ihrer Beerdigung zu decken, und erhabene und angenehme Gedanken werden sich um ihr Andenken ranken, wie Moos über die Denkmäler anderer wächst. Denn der Platz unsrer Freunde ist nicht auf dem Friedhof.

Und so sieht das in der deutschen Erstausgabe aus (Hervorhebung von mir):

Jetzt aber raus in unseren Frühling, zu unseren Freunden – und es darf auch gerne ein fröhlicher Anlass sein, der uns beflügelt!

 

Welttag des Buches 23.4.

Heute ist der Weltbuchtag! Der Welttag des Buches und des Urheberrechts (kurz Weltbuchtag, englisch World Book and Copyright Day) am 23. April ist ein von der UNESCO weltweit eingerichteter Aktionstag für das Lesen, für Bücher, für die Kultur des geschriebenen Wortes und auch für die Rechte ihrer Autoren.

Aus diesem Anlass möchte ich hier die Seite 115 von Walden aufschlagen – Thoreau schreibt hier von Büchern, und es ist zeitlos was er sagt – wie oft habe ich diesen Satz im Kopf (Hervorhebung von mir). Wie schön und wie tröstlich.
Auf geht’s:

…Nicht alle Bücher sind so stumpf wie ihre Leser. Es sind darin vielleicht Worte, die genau auf unsere Verfassung passen, welche, wenn wir sie nur hören und verstehen könnten, unserm Leben segenbringender wären als der Morgen und der Frühling, welche uns die Dinge mit ganz anderen Augen ansehen liessen. Wie mancher Mensch hat eine neue Ära in seinem Leben von dem Lesen eines Buches an zu datieren! Das Buch existiert vielleicht für uns, das unsere Wunder erklärt und uns neue offenbart. Das jetzt Unaussprechliche finden wir vielleicht irgendwo ausgesprochen.
Die gleichen Fragen, die uns beunruhigen und verwirren, sind seiner Zeit allen vernünftigen Menschen aufgestiegen; keiner wurde übergangen und jeder hat sie nach seiner Fähigkeit in Worten oder durch sein Leben beantwortet. Auch Freisinnigkeit wird uns die Weisheit lehren. Der einsame Taglöhner auf irgend einem Gut in der Nähe von Concord, der seine Wiedergeburt hinter sich, seine speziellen religiösen Erfahrungen gemacht hat, und seiner Ansicht nach durch seinen Glauben zu stillschweigender Würde und Abgeschlossenheit veranlasst wird, mag denken, das sei nicht wahr […]
Wir rühmen uns, dem neunzehnten Jahrhundert anzugehören und von allen Völkern am schnellsten vorwärts zu gehen. Nun denke man einmal darüber nach, was eigentlich unsere Stadt für ihre Kultur thut. Ich will so wenig meinen Mitbürgern schmeicheln, als mir von ihnen geschmeichelt werden soll, denn damit käme Keines von beiden vom Fleck. Wir müssen gereizt, müssen aufgestachelt werden wie Ochsen, die wir sind, damit wir uns zum Traben entschliessen. Wir haben ein verhältnismässig gutes System von gewöhnlichen, nur für Kinder bestimmten Schulen; aber abgesehen von dem halbverhungernden Winter-Lizeum und in neuerer Zeit dem schwachen Anfang einer vom Staate angeregten Bibliothek, keine Schulen für uns selbst. Wir verwenden fast auf jeden Gegenstand unserer körperlichen Ernährung oder Verfütterung mehr, als auf unsere geistige Nahrung. Es wäre an der Zeit, dass wir ungewöhnliche Schulen bekämen, dass wir nicht mit unserer Erziehung aufhören, wenn wir anfangen, Männer und Frauen zu werden. Es ist Zeit, dass…

Ungekürzt Weiterlesen? Walden – Neuauflage der dt. Erstausgabe

…als wärst du hier und mein

Zum heutigen Welttag der Poesie möchte ich hier die Trommel rühren und ein wunderschönes Gedicht von Henry David Thoreau vorstellen, aus seinem Buch „Ich befuhr einen Fluss bei günstigen Winden“.

Er schreibt von einem „Mädchen“, das bei ihm im Boot war. Was meint er? Nun, ein Mädchen war jedenfalls nicht da, er hat die Bootfahrt allein mit seinem Bruder gemacht, der kurz darauf verstarb und dem dieses Buch gewidmet ist. Für mich ist es immer wieder ein Erlebnis, dieses Gedicht zu lesen und dabei das vor Augen zu haben, was mich gerade bewegt, was mich tief im Inneren berührt und angeht – sei es ein Mensch, eine Idee, ein Ereignis, eine vage Ahnung.

Dass dies eine Gelegenheit ist, genau das auszuprobieren, es vielleicht mehrmals zu lesen, gelegentlich zu diesem Gedicht zurückzukommen und es neu, anders, zu erleben – das wünsch ich mir.
Ich wünsche allen einen poetischen Frühlingsanfang!


Auf diesem selben Strom segelte in meinem Boot einst ein Mädchen, behütet nur von unsichtbaren Schutzgeistern, und als sie am Bugspriet saß, war zwischen ihr und dem Steuermann nichts als der Himmel. (…) Am Abend schienen noch die Sterne Botschafter dieses Mädchens zu sein und von ihrem Wandel zu berichten.

Vom östlichen Himmel tief
dein glänzend Auge rief;
obgleich sein gnädig Licht
ganz außer meiner Sicht,
die Sterne dennoch steigen
über knorrigen Zweigen
hinter dem Hügel dort
und bringen dein mildes Wort.

Ich weiß, was du gedacht
und dass der Wind gebracht
einen lieben Gruß zu mir,
wie meinen auch zu dir,
dass eine zarte Wolke
anhielt in dem Gefolge
hoch über meinem Haupt
und gute Worte glaubt.

Glaub mir, die Drossel sang,
die Glockenblume klang,
die Gräser im duftenden Kleid,
die Tiere wussten Bescheid,
die Bäume winkten: Willkommen!
die Wellen das Ufer erklommen,
als dann dein freier Sinn
den Weg fand zu mir hin.

Es war eine Sommernacht,
ein Lüftchen wehte sacht,
als eine Wolke schwer
aufzog von Osten her,
der Blitze stummes Leuchten
den Dämmertraum verscheuchten –
was blitzt dein Auge, sag,
mit dunklem Wimpernschlag?

Ich möchte stets so sein,
als wärst du hier und mein,
wo ich mag gehn und stehn,
es soll für dich geschehn,
und Hügel – sanfte, weite,
mit dir an meiner Seite,
von jedem Stein entblößt,
damit du dich nicht stößt.

Ich schreite mählich fort,
zeig dir den schönsten Ort,
tauch sacht das Ruder ein
und lass das Schlingern sein,
das Boot will ich sanft lenken,
dir Wasserrosen schenken,
im Walde Blumen stehn
so purpurrot, so schön.

 

Es lohnt sich, auch einen Blick in das Originalgedicht zu werfen! In der deutschen Erstausgabe sind alle Gedichte von Thoreau im englischen Original nachzulesen – denn wie gelungen die Übersetzung auch sein mag: sie ist ein neues Kunstwerk, und es kann sich durchaus lohnen, dem nachzuspüren, was Thoreau im Kopf hatte und was ihn bewegte.

Low in the eastern sky
Is set thy glancing eye;
And though its gracious light
Ne’er riseth to my sight,
Yet every star that climbs
Above the gnarled limbs
Of yonder hill,
Conveys thy gentle will.

Believe I knew thy thought,
And that the zephyrs brought
Thy kindest wishes through,
As mine they bear to you,
That some attentive cloud
Did pause amid the crowd
Over my head,
While gentle things were said.

Believe the thrushes sung,
And that the flower-bells rung,
That herbs exhaled their scent,
And beasts knew what was meant,
The trees a welcome waved,
And lakes their margins laved,
When thy free mind
To my retreat did wind.

It was a summer eve,
The air did gently heave
While yet a low-hung cloud
Thy eastern skies did shroud;
The lightning’s silent gleam,
Startling my drowsy dream,
Seemed like the flash
Under thy dark eyelash.

Still will I strive to be
As if thou wert with me;
Whatever path I take,
It shall be for thy sake,
Of gentle slope and wide,
As thou wert by my side,
Without a root
To trip thy gentle foot.

I ’ll walk with gentle pace,
And choose the smoothest place
And careful dip the oar,
And shun the winding shore,
And gently steer my boat
Where water-lilies float,
And cardinal flowers
Stand in their sylvan bowers.

 

Der andere…. Trommler!?

Wenn jemand mit seinen Gefährten nicht Schritt hält, so thut er es vielleicht deshalb nicht, weil er einen andern Trommler hört.

Dieses Zitat aus Walden führte im amerikanischen Sprachraum zu der Redewendung „to hear a different drummer“ – und war die Anregung für den Namen dieses Verlages: „Der andere Trommler“.

Es findet sich am Ende von Walden, im Kapitel „Schluss“ – und wer gerade sein Exemplar der Neuausgabe von Walden nicht zur Hand hat, für den oder die möchte ich hier kurz den Kontext bieten, natürlich in der beeindruckenden Übersetzung von Emma Emmerich von 1897; es ist eine so schöne Stelle und sie begleitet mich seit so vielen Jahren. Und hier ist sie:

„…Manche schreien uns in die Ohren, wir Amerikaner und Modernen im allgemeinen wären mit den Alten oder selbst mit den Menschen des Elisabethischen Zeitalters verglichen, intellektuelle Zwerge. Was hat das aber zu bedeuten? Ein lebendiger Hund ist besser als ein toter Löwe. Soll einer hingehen und sich aufhängen, weil er zu dem Geschlecht der Pigmäen gehört, statt dass er der grösste Pigmäe ist, der er zu sein vermag? Lasst jeden für sich selber sorgen und versuchen der zu sein, als der er erschaffen wurde.
Warum müssen wir uns wahnsinnig beeilen, Erfolge zu erringen und wozu stürzen wir uns in solch verzweifelte Unternehmungen? Wenn jemand mit seinen Gefährten nicht Schritt hält, so thut er es vielleicht deshalb nicht, weil er einen andern Trommler hört. Lasst ihn zu der Musik marschieren, die er hört, wie auch ihr Takt und wie fern sie selbst auch sei. Es ist nicht richtig, dass der Mensch so schnell reif wird wie ein Apfelbaum oder eine Eiche. Soll er seinen Frühling in den Sommer verwandeln?
Wenn die Bedingung der Dinge, für welche wir geschaffen wurden, noch nicht gegeben ist, was wäre irgend eine Wirklichkeit, die wir dafür als Ersatz heranziehen könnten? Wir wollen nicht an einer eitlen Wirklichkeit Schiffbruch leiden. Sollten wir mühselig über uns einen Himmel aus blauem Glas errichten, obgleich wir sicherlich, wenn es geschehen ist, noch immer nach dem wahren Ätherhimmel hoch über uns blicken werden, als ob der andere nicht vorhanden wäre?“ Walden, S. 307

In der Originalausgabe von 1897 war dies auf Seite 347, und wer mal einen Blick in dieses schöne Buch werfen möchte, das kann das hier tun. So sah es damals aus, hier gezeigt ist die eingescannte Originalseite, die als Eingabedatei für die Neuauflage diente. Etwas schräg, aber für das OCR-Programm ausreichend: Continue reading

Alles neu!

Liebe Leute,

die letzten Monate ging es Schlag auf Schlag: im November das neue Buch (Walden), dann das neue Jahr (2018), und nun die neue Trommler-Webseite (WordPress-basiert).

Nach längerer Testphase ist die neue Seite nun online, optisch reduziert, deutlich schneller, und (für uns) verbesserte Bearbeitung von Bestellungen. Und jetzt auch noch mit Neuigkeiten aus dem Trommler-Universum. In lockerer Folge wird es hier Blogs, Aktuelles und sonstige Neuigkeiten geben, so dass es sich lohnt, gelegentlich vorbeizuschauen. Und nun los!